Regionen

  • Frankreich

 

  • Cahors

Das Cahors im Süd-Westen Frankreichs ist der Geburtsort des Malbec. im Mittelalter erfeuten sich die Weine aus dem Cahors grösster Beliebtheit, im Laufe der Zeit, vor allem nach der Reblaus- Plage im 19 Jahrhundert, hat Cahors und sein Malbec an Bedeutung verloren. Erst in jüngster Zeit ist es einer neuen Generation ambitionierter Winzer gelungen, hervorragende und typische Rotweine, basierend auf der Malbec- Rebe, zu erzeugen.

  • Luberon/Ventoux

"Der Luberon gehört weinbaulich zum südlichen Rhone- Tal, die Weinberge verteilen sich auf zwei Appelationen: Ventoux im Norden und Luberon im Süden. Aufgrund der Höhenlage gelingt es, einen ausgesprochenen Terroir- Charakter zu erzeugen Weine vom Luberon sind gute Allrounder und auch schon jung zugänglich." (zitiert aus 'Weinwirtschaft, 21/13')

  • Madiran

"Der Madiran ist von den Toten wiederauferstanden. Bis 1948 war seine Gesamtrebfläche in den Vic-Bilh-Hügeln am Südrand von Armagnac 40 Kilometer von Pau auf 50 Hektar zusammengeschrumpft. Heute stehen wieder 1400 Hektar unter Reben und manche behaupten, dass der Madiran der beste Rote im Südwesten einschliesslich Cahors sei." (zitiert aus Der Grosse Johnson, 6. Ausgabe)

  • Saint- Chinian

Saint-Chinian, in den westlichen Ausläufern der Cevennen gelegen, ist mit einer Gesamtrebfläche von 3300 Hektar ein bedeutendes Anbaugebiet im Midi. 90 % der erzeugten Weine sind Rote, die Böden sind zumeist Schiefer. Qualitätmässig ist in den letzten Jahren eine beträchliche Verbesserung zu bemerken. Das mittelalterliche Dorf Roquebrun ist idyllisch zwischen Bergen und dem Mittelmeer gelegen, am Fuss des Naturparkes Haut-Languedoc.

  • Roussillon

Das Weinbaugebiet Côtes du Roussillon-Villages erstreckt sich über den nördlichen Teil des Département Pyrénées-Orientales innerhalb der Weinbauregion Roussillon und liegt damit nördlich der Stadt Perpignan. Die Weinberge umfassen 2.571 Hektar Rebfläche in 32 Gemeinden. Terrassen auf steinigem Grund, schwarzer und brauner Schiefer sowie Gneis prägen die Böden, und die Sonne lässt das Land erglühen.

  • Pays d'Oc

"Pays d'Oc umfasst das gesamte Languedoc-Roussillon. Diese Vin-du-Pays -Bezeichnung findet für Weine aus nicht traditionellen Sorten Anwendung. 70 Prozent der sind Sortenweine. Viele der interessantesten südfranzösischen Gewächse der neuen Welle werden unter dieser Bezeichnung abgefüllt." (zitiert aus Hugh Johnson, Der Grosse Johnson, 6. Auflage).

  • Languedoc

In Südfrankreich, entlang der Mittelmeerküste von der spanischen Grenze bis nach Nimes, befindet sich das älteste und auch grösste Weinanbaugebiet Frankreichs: Das Languedoc-Roussillon.

Die besonderen Klimabedingungen und vor allem der bemerkenswert sonnige und warme Sommer ermöglichen seit langer Zeit das Prinzip des umweltgerechten Weinbaus. Diese Region ist der Vorreiter für natürliche Landwirtschaft und organischen Weinbau

Hier wächst seit Alters her eine grosse Vielfalt an Rebsorten, die diese überaus fruchtigen Weine hervorbringen.

Die Rebfläche umfasst 40.000 Hektar, wobei der Rotwein domniert.

  • Cotes de Gascogne

"Lokaler Vin de pays im Norden des Départements Gers in der historischen Landschaft Gascogne in Südwest-Frankreich. Früher wurde hier vorwiegend Armagnac erzeugt, doch nach dem Nachlassen der Nachfrage stellten viele Produzenten auf die Herstellung des VdP um.

Zu 80% werden Weißweine hauptsächlich aus Colombard, Manseng, Sauvignon Blanc und Ugni Blanc verschnitten. Die Rot- und Roséweine werden aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Tannat gekeltert.

Bekannte Produzenten sind Domaine des Cassagnoles, Domaine du Joy, Domaine du Rey, Domaine de San de Guilhelm, Domaine du Tariquet, Producteurs Plaimont (große Genossenschaft mit 1.200 ha Rebfläche) und Hugh Ryman." (zitiert aus Wein-Plus, dem europäischen Wein-Netzwerk)

  • Bergerac

"Die auch als Bergeracois bezeichnete Appellation ist nach der gleichnamigen Stadt östlich von Bordeaux benannt.

Sie ist mit rund 13.000 Hektar Rebfläche die größte Weinbauregion in Südwest-Frankreich. Die 90 Weinbau-Gemeinden liegen im Südosten des Départements Dordogne entlang des gleichnamigen Flusses. Bergerac wurde als einer der ersten Bereiche Ende der 1930er-Jahre als AC klassifiziert. Hier wurde schon im 1. Jahrhundert durch die Römer Weinbau betrieben und erreichte im Mittelalter durch die Klöster der Benediktiner und Zisterzienser höchste Blüte. Damals wurde Bergerac gemeinsam mit anderen Gebieten als Haut-Pays (Ober-Land) bezeichnet.

Über Jahrhunderte stand Bergerac zum „großen Bruder“ Bordeaux in Konkurrenz und wurde auch mit unfairen Mitteln bekämpft. Die Bergerac-Weine mussten über den Hafen Bordeaux verschifft werden und dem kleinen Nachbarn wurden kleine Fässer vorgeschrieben. Da der Zoll nicht nach dem Volumen, sondern nach der Fass-Anzahl berechnet wurde, wurde damit der Export erschwert, aber trotzdem erlangte damals Wein aus Bergerac Weltruhm. Ein prominenter Liebhaber war der preußische König Friedrich II. der Große (1712-1786). Nach dem Hundertjährigen Krieg (1337-1453) zwischen England und Frankreich im Kampf um französisches Festland (unter anderem Bordeaux) dominierte der holländische Weinhandel und zwei Jahrhunderte lang wurde dadurch Süßwein forciert. Das Weinbaugebiet war damals rund dreimal so groß.

Die wichtigsten Rebsorten für Rot- und Roséweine sind Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Malbec, Fer und Mérille, sowie für Weißweine Sémillon (belegt ein Drittel der Rebfläche), Sauvignon Blanc, Muscadelle, Ondenc, Chenin Blanc und Ugni Blanc.

Die einfache AC Bergerac bezeichnet Rotweine, Roséweine und trocken bis liebliche Weißweine. Die AC Côtes de Bergerac ist Rotweinen vorbehalten und hat strengere Bestimmungen bezüglich Ertrag und höherem Alkoholgehalt. Diese besitzen eine längere Lagerfähigkeit. Die AC Bergerac sec gilt für trockenen Weißwein, der maximal 4 g/l Restzucker enthalten darf. Unter der AC Côtes de Bergerac moelleux werden süße Weine aus überreifen, getrockneten Trauben produziert.

Zu den bekanntesten Produzenten zählen Château Bélingard, Château Court-les-Muts, Château de la Colline, Château de la Mallevieille, Château du Bloy, Château Grinou, Château la Plante, Château le Mayne, Château le Raz, Château Tour des Gendres, Clos d’Yvigne, Domaine Constant, Domaine de la Jaubertie, Domaine de Richard und Domaine Grand Maison. Als Enklaven im Bergerac liegen die Bereiche Monbazillac, Montravel, Pécharmant, Rosette und Saussignac."

(aus: Wein-Plus, das europäische Wein- Netzwerk)

  • Sancerre

Hugh Johnson Meinung über Sancerre ist sehr klar:"Der Massstab für SAUVIGNON BLANC..."

"Die Appellation liegt am oberen Lauf der Loire in Zentralfrankreich. Sie ist nach der gleichnamigen auf einem 150 Meter den Fluss überragenden Hügel liegenden kleinen Gemeinde (1.500 Einwohner) am Westufer benannt.

Die Gegend ist nicht nur für ihre Weine, sondern auch für den Weichkäse „Crottin de Chavignol“ aus Ziegenmilch bekannt.

Nach der Legende pflanzte der als Weinliebhaber bekannte König Heinrich IV. (1553–1610) bei Chavignol einen Eichenbaum, der angeblich erst im Jahre 1993 durch einen Blitzschlag bei einem Gewitter zerstört wurde. Das Holz wurde übrigens für die Produktion von Eichenfässern verwendet. Heinrich IV. meinte, „dass der Wein dieses Ortes der beste sei, den er je getrunken hätte, und wenn alle Leute in seinem Reich ihn trinken würden, die Religionskriege ein Ende hätten“. Damals wurden aber vor allem Rotweine erzeugt.

In den 1960er-Jahren wurden nur mehr rund 700 Hektar bewirtschaftet, aber ab den 1970er-Jahren entwickelte sich der Weißwein zum Kultwein. Heute umfassen die Weinberge rund 2.600 Hektar Rebfläche zwischen 200 und 300 Meter Seehöhe. Bestimmte Gemeinden bzw. Teile dürfen ihrem Namen der Appellation anfügen. Das sind Bannay, Bué, Brie (Ortsteil von Bué), Chavignol (Ortsteil von Sancerre), Crézancy, Menetou-Ratel, Ménétréol, Pouilly, Sancerre, Sainte-Gemme, Saint-Hilaire-Saint-Florent, Saint Satur, Sury-en-Vaux, Thauvenay, Veauges, Verdigny und Vinon.

Der Bereich wird nach dem Boden in drei Bereiche aufgeteilt. Das sind „Terres Blanches“ (weiße Böden) mit einem Gemisch aus Ton und Kalkstein im Westen, der stark kies- und kalkhaltiger in der Mitte und ein an Feuerstein reicher um Sancerre im Osten.

Das kontinentale Klima ist von kalten Wintern geprägt. Der trocken ausgebaute Weißwein wird sortenrein aus Sauvignon Blanc gekeltert. Er ist jenem der Appellation Pouilly-Fumé sehr ähnlich, die wenige Kilometer weiter flussaufwärts liegt. Aus Pinot Noir werden leichte, duftige Rosé- und Rotweine gekeltert, die etwa 20% der Produktion ausmachen."

aus: Wein-Plus, das europäische Wein- Netzwerk

  • Bandol

Die Appellation liegt ganz im Süden der französischen Weinbauregion Provence an der Mittelmeerküste.

Sie ist die nach dem Namen des Hafens benannt, von dem die Weine früher mit einem „B“ auf den Fässern in alle Welt verschifft wurden. Der Weinanbau reicht hier zurück bis vor die Ankunft der Römer im Jahre 125 v. Chr. Die Weinberge umfassen knapp 1.500 Hektar Rebfläche in acht Gemeinden.

Besonders die Rotweine zählen zu den besten der Provence. Sie sind ein Verschnitt aus zumindest zwei Sorten von Mourvèdre (zumindest 50%), Grenache und Cinsaut, sowie maximal 15% insgesamt oder je 10% Syrah und Carignan verschnitten. Der Rosé wird aus denselben Sorten, jedoch ohne vorgeschriebenen Mindesanteil produziert. Der Weißwein besteht aus zumindest 60% Bourboulenc, Clairette und Ugni Blanc, sowie maximal 40% Sauvignon Blanc. (aus Wein-Plus, dem europäischen Wein- Netzwerk)

  • Vinsobres

Der Weinwisser 10/2014 berichtet über die Region:

"Vinsobres
Schon 2006 stieg auch Vinsobres zum Erstaunen mancher Beobachter in die oberste französische Weinliga auf.

Der 1100-Einwohner-Ort über dem Tal der Eygues war bis zu den verheerenden Frösten von 1956 ebenso wie das benachbarte Nyons für seine Oliven bekannt gewesen. Angesichts der rascheren Ertragsfähigkeit gaben die Bauern aber nun dem ohnehin vorhandenen Weinbau den Vorzug und führten umfangreiche Neupflanzungen durch, so dass der Ort heute über umfängliche Bestände damals gepflanzter alter Reben verfügt.

Die AC-Fläche umfasst 1376 ha, in Produktion stehen davon erst rund 450 ha. Auch hier steigt die 7 km lange, nach Südosten exponierte Rebfläche über dem Tal der Eygues bis zu einer Höhe von 500 m an. Frostgefährdet ist sie zwar nach wie vor, aber immerhin sorgt der nachts und morgens vom Waldland des Drôme herabstreichende Wind «Pontias»für gesunde Reben und relativ grosse Tag-Nacht-Unterschiede in der Temperatur,so dass der Wein von Vinsobres oft eine gewisse Finesse aufweist.

Gewonnen wird er auf steinigen, kargen Böden mit teilweise sandiger Mergelauflage, und der Hektarertrag liegt mit 30–34 hl ebenfalls deutlich unter den zugelassenen 38 hl. Erstaunliche 40 % davon gehen in den Export! Auch hier dominiert die Grenache. Vorgeschrieben für die Cuvée sind mindestens 50 %, aber im Rebspiegel macht die Sorte mehr als 70 % aus, ergänzt durch 18 % Syrah und ein wenig Mourvèdre. Mit Stolz zitieren die 23 Privatwinzer und 3 Kooperativen eine durchaus als Anerkennung zu interpretierende Mahnung des Bischofs von Vaison im Jahr 1633: «Vinsobres ou sobre vin, prenez-le sobrement», zu Deutsch etwa: «Vinsobres oder einfacher Wein, halten Sie auf jeden Fall Mass»."

Das Dorf Vinsobres am Fuss des Mont Ventoux

  • Faugères

 20 KM nördlich von Beziers gelegen, umfasst die Appelation Faugères insgesamt 1.800 Hektar Reben in 7 Dorflagen.

Die südlich ausgerichteten Terrassen am Fusse der Cevennen befinden sich von 150-500 Meter über dem Meeresspiegel. Angebaut werden fast ausschliesslich rote Sorten (Syrah, Grenache, Carignan, Mourvèdre, Cinsault).

In der Region Languedoc ist die AOC Faugères das einzige Weinbau- Anbaugebiet mit ausschliesslich Schieferböden, die sich durch ihr ausgezeichnetes Wasserhalte- Vermögen auszeichnen. Die Böden sind ausgesprochen sauer und ein herbvorragender natürlicher Filter. Sie speichern die Hitze des Tages und geben diese während der kühlen Nächte wieder ab, was besonders dem Morvèdre gut tut, der spät reift und im August diese Wärme benötigt, um vollkommen auszureifen.

Klimatisch gesehen, wird die Region sowohl von den feuchten Winden, die vom Mittelmeer kommen, als auch vom den westlichen Pyrenäen mit oft heftigen trockenen Winden beeinflusst.

  • Cairanne

Im Februar 2016 war es endlich soweit, das Weinbaugebiet Cairanne am südlichen Rhone erhielt den begehrten Appellation-Status.

Ein gute Entscheidung, wenn man das Engagement der lokalen 40 selbst vermarktenden Winzer, die insgesamt 956 ha Reben bewirtschaften, kennt.

Die für diese Region typischen grossen Kieseln, das Klima, die zum grossen Teil recht alten Reben der Sorten Syrah, Grenache, Mourvèdre und Carignan sowie die sehr herkunftsbezogene Arbeit der Winzer erzeugen einen eigenen Cairanne-Stil, oftmals etwas eleganter und "burgundischer" als die Weine aus den Nachbarregionen.

Cairanne

  • Gaillac

Die nach der gleichnamigen kleinen Stadt benannte Appellation liegt im Osten der Weinbauregion Südwest-Frankreich. Gaillac zählt zu den ältesten Weinbaugebieten Frankreichs. Zumindest seit dem 1. Jahrhundert wurde hier von den Römern Weinbau betrieben. Möglicherweise gab es aber bereits vorher unter den Kelten (Galliern) einen Weinbau. Während der Völkerwanderung kam er zum Erliegen und wurde erst im 10. Jahrhundert von den Benediktiner-Mönchen des Klosters Saint-Michel-de-Gaillac wieder begründet. Im 13. Jahrhundert erließ der Graf von Toulouse Raymond VII. für sein Weingebiet ein Dekret für eine kontrollierte Herkunfts-Bezeichnung.

Bereits im 12. Jahrhundert wurde der Wein in das nördliche Europa, besonders nach England, exportiert und erfreute sich dort großer Beliebtheit. Der aquitanische Dichter Auger Galhard (1540-1593) rühmte lange vor der Erfindung des Champagners den perlenden Wein. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war man vorwiegend auf süße Weißweine spezialisiert, doch dann begann man auch Rosé- und Rotweine zu produzieren.

Das Markenzeichen ist der Hahn aus dem Gaillac-Stadtwappen, deshalb hießen die Weine früher „Vins du Coq“. Die Weinberge umfassen rund 3.500 Hektar Rebfläche nördlich der Stadt Toulouse im Département Tarn.

Auf Grund der zahlreich zugelassenen Sorten gibt es eine große Bandbreite von verschiedenen Wein-Stilen. Dafür gibt es eine Vielfalt von Appellations-Bezeichnungen. Unter der AC Gaillac werden zu 75% trockene Rot- und Roséweine, sowie Weißweine produziert. Der Rotwein wird aus zumindest 60% Duras Rouge, Fer, Gamay und Syrah, sowie maximal bis 40% Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot verschnitten. Der Rosé hat ähnliche Bedingungen.

Der Weißwein besteht aus zumindest 15% Len de l’El und/oder Sauvignon Blanc, sowie Mauzac Blanc, Mauzac Rosé, Sémillon, Muscadelle und Ondenc. Die natursüßen Weißweine werden unter der AC Gaillac Doux vermarktet (die dafür früher verwendeten Appellationen Gaillac Liquoreux und Gaillac Moelleux sind nicht mehr zugelassen). Diese müssen zumindest 70 g/l Restzucker aufweisen.

aus: Wein-Plus, das europäische Wein- Netzwerk

  •  Jurançon

Die beste Beschreibung der Weinbau- Region Jurançon haben wir im Grossen Johnson, 6. Ausgabe, gefunden:

"Alle Berichte über Jurançon beginnen mit der Geschichte vom Thronanwärter Heinrich IV., dessen Lippen bei der Geburt mit einer Knoblauchzehe bestrichen und mit Jurançon-Wein benetzt wurden - ein Brauch, der angeblich noch heute in der Bourbonenfamilie üblich ist, wenngleich aus den Neugeborenen keine Könige mehr werden.

Das Besondere am Jurançon: Er ist stark - nicht nur alkohol-, sondern auch charakterstark. Seine hocharomatischen Trauben reifen auf den Ausläufern der Pyrenäen südlich von Pau in Herbsttagen, denen Südwinde aus Spanien Wärme bescheren. Sein Geschmack wird intensiviert durch geringe Erträge, vor allem für die Süssweine. Sie sollten sehr spät, also im November, gelesen werden, wenn heisse Tage und frostige Nächte die Trauben schrumpfen lassen (passerillage) und den Saft konzentrieren.

Die Hauptreben heissen Gros und Petit Manseng, wobei Letztere nicht nur kleiner ist, sondern auch mehr Zucker enthält. Beide  erbringen Weine mit hohem Alkoholgehalt und einer bemerkenswerten "starren", positiven Struktur im Mund. Sie sind in der Jugend fast schon abwesend hart, entwickeln mit zunehmendem Alter aber Aromen und Geschmacksnuancen, die man mit exotischen Früchten und Gewürzen wie Mango, Guaven und Zimt vergleichen kann.

Die besten Süssweine gehen sortenreich aus Petit Manseng hervor, während Gros Manseng eher für trockene Abfüllungen Verwendung findet...

Die französische Schriftstellerin Colette verfasste Verkostungsnotizen, die ich gar nicht zu toppen versuche: "Ich war noch ein Mädchen, als mir dieser Prinz begegnete; er war aufgeweckt, gebieterisch, trügerisch wie alle grossen Verführer, Und er hiess Jurançon."

Zwei AC's gibt es hier: Jurançon Sec und Jurançon, wobei Letztere nur für Weine zwischen lieblich und liquoreux, also sehr süss, gilt. In Gan ist eine bedeutende Winzergenossenschaft am Werk, den Rest übernehmen rund 60 Privatkellereien.

Bereitet werden in der Regel die drei Stile sec, moelleux und ultrasüss, bisweilen auch in Eiche. trockene Exponenten waren früher merklich sauer. Die hohe Säure, die dem Süsswein so viel Schwung verleiht, kann in einer trockenen Version fast schon schmerzen. In den letzten zehn Jahren haben die Winzer gelernt, wie sie die Frische erhalten und den trockenen Gewächsen gleichzeitig durch späte Lese mehr Körper und Frucht geben. Dieselbe Säure in einem Süsswein macht weniger konzentrierte Versionen zu ausgezeichneten Aperitifs.

Viele Güter führen mehrere Lesedurchgänge durch und füllen Weine von Trauben ab, die im Oktober, November und Dezember geerntet wurden - mit entsprechend steigendem Süssegrad.

In den 1980er-Jahren war die Produktion zurückgegangen und der Wein nur noch wenig bekannt. Zum Glück brachten einige wenige dynamische Erzeuger das Anbaugebiet wieder in Schwung, so dass sich binnen 15 Jahren die Rebfläche auf etwa 1000 Hektar verdoppelte. Heute herrscht eine grosse Nachfrage nach den besten Vertretern. Viele Weinfreunde, denen die Süssweine aus Sauternes und die Sélections de Grains Nobles aus dem Elsass zu üppig und zu ölig sind, finden Gefallen an der rassigen Frische der besten Jurançon-Elixiere."

Weinberge des Jurançon an einem September-Morgen

 

  •  Georgien

 

 Georgien ist wohl das älteste Weinbaugebiet überhaupt. Hier wurden schon vor 7000 - 8000 Jahren Weine in Tonamphoren produziert, eine Technologie, die heute noch weit verbreitet ist und im Moment eine Renaissance erlebt. Das Kerngebiet der georgischen Weine, Kakhetien im Osten des Landes, bietet optimale klimatische Bedingungen. Die Rebflächen werden im Norden durch den Kaukasus vor Kaltluft geschützt und durch das Schwarze Meer gewärmt. Es werden sowhl Rot- als auch Weissweine angebaut, wobei es in Georgien üblich ist, Weissweine im Alltag und Rotweine bei festlichen Anlässen zu geniessen. Der grösste Teil der angebauten Sorten sind alte lokale Züchtungen.

 

  •  Slowenien

 

Slowenien besitzt insgesamt 24.600 Hektar Rebfläche. Man unterscheidet 3 Hauptanbaugebiete: Primorska, Podravje und Posavje.

Das Gebiet Ormoz-Jeruzalem gehört zur Region Podravje südwestlich der Grenze zu Ungarn und auch südöstlich zur österreichischen Steiermark und kann klimatisch mit der Südsteiermark verglichen werden.

"Die Hügel zwischen Ljutomir und Ormoz, nur 80 Kilometer westlich des Plattensees, bergen eine Lage, die fast so berühmt ist wie Badacsonyi und seit den Kreuzzügen Jeruzalem heisst." (aus Der Grosse Johnson, 6. Auflage)