Carignan

Die vermutlich sehr alte Sorte stammt wahrscheinlich aus Aragonien. Von hier aus verbreitete sie sich ab dem 12. Jahrhundert in ganz Europa. Der heutige Hauptname Mazuelo ist von der Gemeinde Mazuelo de Muñó in der Provinz Burgos in der westlich angrenzenden Region Kastilien-León abgeleitet. Das Synonym Cariñena bezieht sich wahrscheinlich auf den gleichnamigen Ort in der Nähe von Zaragoza in Aragonien. Daraus ist in Frankreich Carignan (Noir) und in Italien Carignano geworden. Der Name Cariñena war früher in Katalonien sehr gebräuchlich. Da es aber einen gleichnamigen DO-Bereich gibt, wird die Sorte hier nun als Samsó bezeichnet. Und gemäß 2007 erfolgten DNA-Analysen ist auch die auf Sardinien heimische Bovale di Spagna identisch.

Die spät reifende, extrem ertragreiche Rebe ist sehr anfällig für Echten, sowie etwas weniger für Falschen Mehltau und Botrytis, jedoch widerstandsfähig gegen Schwarzflecken-Krankheit. Sie erbringt in der Regel tiefdunkle, säure- und tanninreiche Weine, aber ohne besonderes Aroma und Profil. Zumeist wird sie deshalb mit anderen Sorten wie Cinsaut und Garnacha Tinta (Grenache Noir) zu einfachen Rosé- und Rotweinen zum raschen Genuss verschnitten. Bei rigoroser Ertragsbeschränkung können jedoch besonders aus alten Reben auch charaktervolle, tiefgründige und selbst bei höheren Alkoholgehalten erstaunlich elegante Weine entstehen. Die Zahl der beeindruckenden Weine dieser Art steigt beständig.

Quelle: Wine Grapes / J. Robinson, J. Harding, J. Vouillamoz / Penguin Books Ltd. 2012

Bildnachweis: Wikipedia

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